Wandel der Arbeitsgesellschaft

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Wandel der Arbeitsgesellschaft – Seminarkonzept

Seit den 70er Jahren ist Massenarbeitslosigkeit eines der zentralen Probleme der Bundesrepublik. Das Thema dominiert die öffentliche Debatte über Fragen der Wirtschaftspolitik, alle im Bundestag vertretenen Parteien haben sich den Kampf gegen die Massenarbeitslosigkeit auf die Fahnen geschrieben. Als sozial gilt, was Arbeit schafft. Die Qualität der Arbeitsverhältnisse gerät dabei jedoch viel zu häufig aus dem Blick. Und die ist während der letzten Jahre in vielen Fällen stetig gesunken. Beispiele hierfür ist der enorme Beschäftigungszuwachs in der Leiharbeit sowie der Boom der Minijobs, von denen die ArbeitnehmerInnen kaum ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Mit den Hartz-Gesetzen erhöhte die Politik den Druck auf Arbeitssuchende, auch prekäre Arbeitsverhältnisse einzugehen. Dennoch gilt die neue Unsicherheit als notwendiges Übel auf dem Weg zur Vollbeschäftigung. Jedoch blieb der gewerkschaftliche Widerstand gegen diese Entwicklung verhalten.

In unserem Seminar möchten wir der Frage nachgehen, welche Dynamiken wirtschaftlicher, sozialer, institutioneller und politischer Natur die bundesdeutsche Arbeitsgesellschaft prägten und immer noch prägen. Nach einer begrifflichen Klärung wollen wir den Weg der Industriegesellschaft in der BRD seit dem 2. Weltkrieg skizzieren. Schließlich soll die Frage diskutiert werden, welche gesellschaftlichen Kräfte die neue Welt der Arbeitskraft zugunsten von ArbeitnehmerInnen gestalten können.

Vorläufiger Seminarplan:

1. Block: Was ist Arbeit?
1. Sitzung: Einführung ins Seminarthema anhand unterschiedlicher Definitionen von Arbeit, physikalisch, soziologisch, philosophisch.
2. Sitzung: Lohnarbeitskonzepte von Adam Smith und Karl Marx.

2. Block: IPÖ – Rahmen
3. Sitzung: Der lange Weg nach Bretton Woods, (1920-1973) - Fordismus
4. Sitzung: Der Zusammenbruch des BW-Systems, Deregulierung der Finanzmärkte, Globalisierung – Postfordismus

3. Block – das Normalarbeitsverhältnis in der Krise
5. Sitzung: Prekarisierung, Erosion des Normalarbeitsverhältnisses, Massenarbeitslosigkeit
6. Sitzung: Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände
7. Sitzung: marktliberale Politik – Agenda 2010, Umstrukturierung -> Bundesagentur für Arbeit etc.

4. Gewerkschaftliche Strategien und Debatten im Postfordismus
8. Was ist gute Arbeit im Postfordismus?
9. Neue gewerkschaftliche Praxis I: Organizing (Gast)
10. Neue gewerkschaftliche Praxis II: internationale Vernetzung entlang globaler Produktionsketten

5. Ausblick
11. Marktliberalismus in der Krise – Rückkehr des Staates – Renaissance der Gewerkschaften?
12. Jenseits der Lohnarbeit – Utopien – das Reich der Freiheit, die versöhnte Gesellschaft?
13. Abschlussdiskussion

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