Projekttutorium "Postkoloniale Positionierungen im deutschen Kontext"
Aus Bildungswiki
Teil 2 - Sommersemester 2008 Humboldt-Universität zu Berlin, Gender Studies/Kulturwissenschaft/Sozialwissenschaften Tutorinnen: Juliane Strohschein, Jasmin Dean Mittwochs 14 - 16 Uhr, Dorotheenstr. 24, Raum 3.007, Kontakt: j.dean [at] jpberlin.de, juliane.strohschein [at] rz.hu-berlin.de
Die postkoloniale Verortung Deutschlands steht im Fokus des Projekttutoriums, ebenso wie die Reflektion von Interdependenzen und Ambivalenzen der sozialhistorischen Kategorien Rasse, Weißsein, Geschlecht, Nationalität (...). Was bedeutet Postkolonialität im deutschen Kontext? Wie sind aktuelle gesellschaftliche Verhältnisse durch die Geschichte von Rassismus, Kolonialismus und Nationalsozialismus geformt? Wer gehört (nicht) zum Kollektiv und wie stellt es sich her? Was heißt es auf individueller Ebene in diesem deutschen Kontext sozialisiert zu sein und/oder aktuell in ihm zu leben? Die gleichberechtigte, in der Seminarstruktur verankerte Zusammenarbeit von Schwarzen deutschen, of Color, migrantischen und weißen deutschen Positionen soll die Grundlage des Projekttutoriums sein. Wir wollen selbstkritisch positionierte Sprechweisen erlernen und üben und uns mit postkolonialen und intersektionalen Konzepten auseinandersetzen. Entlang ausgewählter Fragen an die deutsche koloniale und nationalsozialistische Geschichte sollen gegenwärtige Relevanzen herausgearbeitet werden. Die besondere Arbeitsform des Projekttutoriums liegt darin sowohl Theoriedebatten als auch eigenen Auseinandersetzungen und Fragen Raum zu geben. Im zweiten Teil des Projekttutoriums im Sommersemester 2008 werden Migration, (immer schon bestehende) Multikulturalität und gegenwärtige Diskurse um nationale Gemeinschaft, Integration und europäische Identität den Schwerpunkt bilden. Zum Ende des Semesters wollen wir die Projektarbeit in einer Veranstaltung vorstellen.
Hinweise zur Veranstaltung:
Anforderung für alle (BA, Magister, weitere) ist die regelmäßige Teilnahme und Beteiligung an einer Arbeitsgruppe. Wir bitten um Anmeldung. Ein ausführlicher Reader ist zum Semesterbeginn erhältlich. Teilnehmer/innen aller Fachrichtungen willkommen!
Literatur:
Kien Nghi Ha, Nicola Lauré al-Samarai, Sheila Mysorekar (Hg.): re/visionen. Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland (2007) Eggers, Maureen Maisha, Grada Kilomba, Peggy Piesche, Susan Arndt (Hg.): Mythen, Masken und Subjekte : kritische Weißseinsforschung in Deutschland (2005). Kien Nghi Ha: Ethnizität und Migration RELOADED. Kulturelle Identität, Differenz und Hybridität im postkolonialen Diskurs (2004). Hito Steyerl, Encarnación Gutiérrez Rodríguez (Hg.): Spricht die Subalterne deutsch? Migration und postkoloniale Kritik (2003).
