Kamera Arschloch - Abschlussrede des Angeklagten

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Abschluß

Wären wir hier nicht zusammengekommen um am Ende mindestens die Chance einer Verurteilung zu haben, wäre diese hier aufgeführte Veranstaltung überflüssig und alle hätten zu Hause bleiben können, denn eine unterhaltsame Nicht-Verurteilung kann man auch dort haben, auf dem Sofa, vor dem Fernseher mit einer Chipstüte, dafür braucht es keine realen Richter, Schöffen, Staatsanwälte, Gerichtsdiener und andere Paragrafendenker.

Tausende von Menschen verschwenden jeden Tag ihre kostbare Lebenszeit auf Grund einer Imagination, der Imagination Recht, sie kommt in den Kostümen: "Gottgegeben" oder "Natürlich" daher, um von sich zu behaupten sie wäre wahrhaftig. Und da eine Weltanschauung nicht ohne Menschen existiert die sie vertreten, braucht sie ihre Vertreter, einige von ihnen durften wir heute kennenlernen.

Ich durfte ebenfalls das zweifelhafte Vergnügen haben Teil dieser Show zu sein, denn Recht wirkt nicht nur auf die die es vertreten sondern auch gerade auf die die es nicht vertreten. So habe ich eigentlich kein Problem damit wenn Leute sich den Tag mit der Lektüre und dem Studium der Strafprozessordnung verschwenden, nur habe ich schon ein Problem damit, mich auf Grund von drohenden Zwängen mit solch schlecht geschriebener, verarmter Literatur beschäftigen zu müssen.

Ich habe besseres zu tun.

Nun gut, zurück zum sprechen des Urteils, dieses wird nun gleich im Namen des Volkes gesprochen, einer weiteren Imagination die dafür benutzt wird, zu suggerieren wir wären was gemeinsames um dann zu sagen dieses gemeinsame spricht und urteilt und dieses gemeinsame hätte gemeinsame Regelungen an die sich das Gemeinsame halten muß. Wer dieses gemeinsame nicht vertritt wird als Einzelner verurteilt.

In einem Cafe das ich kürzlich besuchte, war an einer Klowand folgender Spruch zu lesen.

"Das Volk ist ein Furz, niemand hat es je gesehen, aber es stinkt gewaltig."



Dieser Spruch wurde durch einen weiteren Spruch kommentiert:

"Es spricht durch die Backen der Justiz."



Ich Teile diese Ansichten natürlich nicht, denn ich würde gerne für den Moment meinen persönlichen Bestseller wechseln und wieder auf sinnlichere Literatur zurückgreifen.

Danke, für eure Aufmerksamkeit, weitere Aufführungen finden täglich in diesem und anderen Gerichten statt, vergesst nicht die anderen unfreiwilligen Schauspieler, nicht die die frei sind und nicht die die gefangen sind.


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