Indymedia Test 11.07.2008

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Inside DE Indymedia


smackedPony/IMC Berlin

Am 10.07.08 veröffentlichte das neu entstehende Indymedianetzwerk "Linksunten", welches sich zum Ziel gemacht hat die Dezentralisierung von Indymedia in Deutschland voranzutreiben und regionale, unabhängige Medienstrukturen im Südwesten der BRD zu stärken, einen Artikel über ihre Arbeitsweise und zukünftigen Moderationskriterien. Ein weiteres Medienkollektiv nutzte diese Gelegenheit um die Arbeitsweise von de.indymedia.org etwas genauer zu betrachten.

Der Artikel "preguntando caminamos - 2. Indy Linksuntentreffen", des Indymedianetzwerk "Linksunten", wurde zum Anlass genommen erneut zu prüfen wie stark de.indymedia.org Zensur entgegen den sich selbst gegebenen Kriterien betreibt.Verknüpft wurde dieser Test mit dem Artikel von "Linksunten". Hierfür wurden den Artikel ergänzende Kommentare genutzt, diese später zensierten Kommentare unterlagen keinen Kriterienverletzungen und bezogen sich eindeutig auf den Artikel.

Der Test setzte laut Testgruppe darauf die von den Indymediamods in einem späteren Chat selbst von ihnen als "Reflexe" bezeichneten Reaktionen auszulösen, ohne jedoch Kriterien von de.indymedia.org zu verletzen.
Diese Reaktionen entstehen wohl häufig "sobald die Worte Indymedia und Zensur in einem Atemzug genannt werden" und verunmöglichten damit eine Reflektion über das Medium de.indymedia.org in diesem Medium. Es ist nicht auszuschließen das ähnliche Tests von jeder beliebigen Nutzerin mit ähnlichen Reflexen beantwortet werden. Die bisherige Reaktionen zeigen das jegliche Kritik von einigen zentralen IndymediaverwalterInnen als persönliche Angriffe gewertet werden und nicht als Weiterentwicklung des Mediums mit Hilfe des Mediums. Die Freischaltung der Kommentare und die spätere Zensur weisen darauf hin das die Positionen unter den Moderatoren unterschiedlich sind und die Arbeit einiger Mods durch andere Mods im nachhineien erneut kontrolliert wird, um die eigene Position durchzusetzen.

Dieses Vorgehen zeigte, es entsteht eine Asymmetrie in der Kommentierung, zu gunsten derer in der Moderationsverwaltung die die meisten Ressourcen zur Konrolle freistellen können und am ehesten gewillt sind diese auszuüben, aber auf jedenfall immer zu ungunsten derjenigen die sich die Zeit nehmen zu kommentieren oder gar Artikel zu schreiben.

Die Entwicklung des "Linksunten"-Artikels, mit den sichtbaren Zensurvorgängen, wurde durch im Verlauf gemachte Screenshots dokumentiert und anschließend im de.indymedia.org-Chat , gemeinsam mit einigen Moderatoren, durch eine Diskussion begleitet. Dieser Gesprächsverlauf wurde ebenfalls dokumentiert.

Laut Motivation der Testgruppe sollte sich die Idee des Mediums Indymedia zu nutze gemacht werden, denn "Indymedia gibt vor ein Basismedium zu sein, doch wieviel Basis bleibt, wenn die Administration zuschlägt." , begründet wurde diese Form der Kommunikation mit der Notwendigkeit "eine Reflektion über die eigenen Mittel des Kampfes zuzulassen", denn schließlich sei Indymedia ein "Mittel zum aufzeigen von Missständen" und "Warum sollten sie diesem nicht ebenfalls eigen sein?".

Die Testgruppe zeigte sich recht überrascht über die Reaktionen, im Indymediachat, so wurde offensichtlich angenommen man wäre eine andere Person. Diese Person würde wohl öfter ähnlich kommentieren und wohl standardmäßig zensiert. Dies war der Gruppe bekannt, aber warum wird man deswegen zu dieser Person? Die Gruppe betrachtete dies als absurd "es werden Gespenster konstruiert mit deren Hilfe dann jede Fehlleistung begründet wird, man muß nur `Gespenst` rufen".

Wie weit diese Äußerungen gehen zeigt ein publiziertes Chatprotokoll des öffentlichen de.indymedia-Chats, hier wird die Testgruppe als "Psychopat" bezeichnet, und dazu aufgerufen den Berliner Krisendienst aufzusuchen, eingestreut werden fragen wie "wann schließen denn eigentlich tageskliniken?".
Laut Gruppe soll diese Absurdität noch um einiges weiter gehen, so ist es auf Indymedia-Listen vorgekommen das man ebenfalls für diese Person gehalten wurde, nur weil man das erste mal etwas nachfragt und einen gmx- oder web-mailaccount hat, beantwortet wurde dies dann in dieser Logik mit einem Schreibrechtsentzug für diese Listen. "Es entwickelte sich eine regelrechte Paranaoia, die dazu führt das Beteiligung weiterer Personen ausgeschlossen wird." so ein Mitglied aus der Gruppe.

Die Testgruppe schließt weitere Interventionen nicht aus und hält eine weitere Revision der Arbeit von de.indymedia.org für notwendig und ruft auch die NutzerInnen dazu auf einen genauen Blick auf ihre Strukturen zu werfen, und somit dem Motto "become the media" gerechter zu werden. In diesem Sinne begrüßt sie auch die Dezentralisierungsschritte von "links-unten" sowie in Berlin und begründet dies damit das "Basisnahe Medien eine breite Unterstützung brauchen und eine ausgewogene Streitkultur um gesellschaftliche Konflikte wiederzuspiegeln und nicht nur Nachrichten zu verwalten."

smackedPony/IMC Berlin (in development)


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