Gemeinsinn-Werkstatt

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Die Gemeinsinn-Werkstatt möchte ein Rahmen zur Selbstorganisation von freiwilligem Engagement sein (http://www.gemeinsinn-werkstatt.de/portal/index.php?option=com_content&task=view&id=12&Itemid=41) und ging aus einem Forschungsprojekt der Bertelsmann Stiftung und des Centrums für angewandte Politikforschung (CAP) hervor, das sowohl finanziell als auch personell engstens mit der Bertelsmann Stiftung verbandelt ist. Die „Gemeinsinn-Werkstatt“ ist auch Kooperationspartner des BürgerKonvent.

Am 27.02.2006 veranstaltete die "Gemeinsinn-Werkstatt" einem Workshop mit dem Titel „Wir sind das Web – Communities im Internet“ (http://www.gemeinsinn-werkstatt.de/portal/index.php?option=com_content&task=view&id=150&Itemid=158). Einer der Referenten war Wolfgang Goede (http://www.dfjv.de/dfjv/dokumente/vitae/Vita_Goede.php) vom Forum Community Organizing (foco, http://www.fo-co.info/, http://www.empowerhaus.de/). Foco hat sich zum Ziel genommen, das von Saul D. Alinsky geprägte Community Organizing (CO) in Deutschland anzusiedeln. Saul D. Alinsky (1909 – 1972) organisierte seinerzeit die „Habenichtse“ in seiner Heimatstadt Chicago um ihnen basisdemokratische Gegenmacht gegenüber den Besitzenden zu verschaffen. Wolfgang Goede ist auch Redakteur des Wissenschafts-Magazins P.M. (Gruner+Jahr/Bertelsmann). In einem Nachwort in einem von foco herausgegebenen Buch benennt Prof. Dieter Oelschlägel (http://www.uni-duisburg.de/Fak1/SAE/oelschlaegel/) auch die Möglichkeit eines Missbrauchs des CO: „Weshalb blüht gerade in Zeiten knapper Kassen und finanzieller Engpässe bei den Kommunen und zunehmender Hilfsbedürftigkeit bei vielen Menschen der Diskurs um Bürgerengagement so auf? Soll Bürgerengagement helfen, die öffentlichen Kassen zu stabilisieren oder soziale Defizite auszugleichen? Mein Bremer Kollege Jürgen Blandow geht noch weiter, wenn er sagt: „Die Obrigkeit setzt die Bürgergesellschaft ein, um sich ihrer zu bedienen.“ [Fn.] Seiner Auffassung nach werden Begriffe wie „Engagement“ und „Gemeinsinn“ dazu benutzt, den Boden für weitere Privatisierung sozialer Risiken zu bereiten.“

(Bürgerengagement - Gemeinwesenarbeit - Community Organization - ein Nachwort, in: Saul D. Alinsky: Anleitung zum Mächtigsein. Ausgewählte Schriften. Hrsg. vom Forum für Community Organization (FOCO). Göttingen: Lamuv: 1999, S.175 – 188 (Lamuv Taschenbuch 268), Fn: Jürgen Blandow: Vom Bürgeramt zur Bürgerpflicht, in: Widersprüche 67, 18/1998/3/107-121, hier : S.119)

Die Gemeinsinn-Werkstatt wirft Fragen auf, welche Ziele und Interessen Bertelsmann mit Projekten zur Förderung von Selbstorganisation verfolgt und welche Gefahren für selbstorganisierte emanzipatorische Initiativen „von unten“ bestehen, Bertelsmann auf den Leim zu gehen. Das Ganze ist aber auch eine Herausforderung, sich über die eigenen Ziele und Methoden klarer zu werden.

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