Fzs/This is what the fzs looks like!
Aus Bildungswiki
Dieser Artikel ist, im Rahmen der Vernetzung von an Bildungskritik interessierten Menschen, am 20.November 2005, entstanden.
This is what the fzs looks like!
Erstaunlich wie doch der Dachverband "freier zusammenschluß von studentinnenschaften" (fzs) an sich selbst festhält und dabei nur selten die Frage aufwirft ob es ihn überhaupt braucht, diese stellt sich erst bei Austritten, wie kürzlich der des Hallenser Studierendenrat.
Wenn mensch sich einmal genauer anschaut was ein Dachverband laut Begriffsbestimmung überhaupt ist, so würde den KritikerInnen von Stellvertretung sich schon alleine deswegen das Nackenhaar aufstellen.
Einmal die gute wikipedia bedient, kommt man schnell auf eine gute Erklärung, hier heißt es die Dachorganisation ist eine "Verwaltungsorganisation" die "Unterorganisationen bündelt" um deren Ziele "in der Öffentlichkeit zu vertreten".
Nun ist schon klar, und mindestens genauso unschön, das zwangsverfasste Studenteninnenschaften gemeinhin von Studierendenvertretungen regiert werden, aber müssen diese sich auch noch auf bundesdeutscher Ebene zusammenfinden um ihren Schäfchen zu suggerieren sie befinden sich als Mitglied in einem "freien Zusammenschluß von Studentinnenschaften"? Widerspricht dies nicht schon allein der Definition von Dachverbänden und Zwangsvereinigungen, von der Praxis mal ganz abgesehen?
Die Existenz des fzs wird unter anderem damit begründet das Studierende einen "Anspruch auf eine kompetente und wahrnehmbare Interessenvertretung auf Bundesebene" hätten. Da wird sich schonmal die eigene Legitimation eingeredet, die Studierenden wollen das ja so, sie stellen diesen Anspruch.
Wirft man einige Blicke auf die Organisation so findet sich doch eine mehr oder weniger schlechte Kopie von demokratischen Institutionen, es gibt Ausschüsse, Mitgliederversammlung, den Kassenprüfungsausschuss, den Vorstand, nur ist diese Institution nicht gesetzlich vorgeschrieben, sondern in einem freien Zusammenschluß selbstgewählt, ohne Garantie diesem Verband auch problemlos wieder zu entkommen, ebenfalls demokratisch.
Die Praxis läßt auch nichts gutes erahnen, so kommt der fzs doch seiner Funktion ein geschlossenes Bild zu präsentieren ganz gut nach. Beschlüsse und Inhalte werden unter, von einer beauftragten Agentur entwickeltem, verbandseigenem Corporate Design präsentiert. Reibung sowie abweichende Positionen sind auf den ersten Blick nicht erkennbar, die Gewinnerposition ist die die im Mitgliederversammlungsring die meisten Zuschläge erhält, willkommen in der Demokratie.
Schaut mensch sich die Internetseite der Organisation an, so findet er das produzierte "Papier", das ganze verpackt neben einem chic-popigen Logo. Es beschleicht einem beim überfliegen der Standpunkte aber das bittere Gefühl, dass diese niemals das selbstgewählte Korsett der Mitbestimmung verlassen, von Selbstbestimmung ist nur selten die Rede, ganz demokratisch eben.
Wenn mensch mit Befürwortern des fzs redet, schwingt eins immer ganz klar mit, es geht nicht um ein kooperatives handeln, sondern um Vertretung, daraus wird nicht unbedingt ein Hehl gemacht, es soll immer klar sein "dass ein politischer Dachverband sowohl Lobbypolitik, als auch Politik auf der Straße vertreten muss" (Daniel Bruns, fzs, Ausschuss Sozialpoltik).
Was ist aber wenn die Vertretenen keine Lust auf die Rolle des stummen Straßentramplers haben, und eine Anbiederung an die Parlamente, wie die der Bundestagsabgeordneten Nele Hirsch, ehemals fzs-Vorstand, so garnicht ihr Fall ist?
Kein Problem, dafür existiert ebenfalls eine Lösung, auch wenn die Presse den fzs als Ansprechpartner sieht, dieser sich damit auszeichnet bei "hochschulpolitischen Anhörung im Bundestag vertreten" zu sein, haben die Vertretenen ja noch die Möglichkeit andere Strukturen aufzubauen, was nicht viel schwerer sein könnte, wenn in diesen nicht schon wieder ständig über den fzs geredet würde.
Aber "Es ist eben gerade die Stärke des fzs, 'Papier' zu produzieren." so Daniel Bruns, auch wenn es in den sich neu bildenden Strukturen ist, aber neue Netzwerke sollten eben auch ertragen das es, neben anderen, dort auch fzs-Positionen gibt, dann ist es vielleicht möglich die alten Mitbestimmungsrituale hinter sich zu lassen.
Schlußendlich bleibt nur zu hoffen das die letzte linke Studentin es besser weiß als ihr Komillitone vom fzs, sie schließlich ist nur an der Uni um zu studieren wie diese am besten zerschlagen werden kann, der fzs ist da mittlerweile die kleinste Hürde.
Homepage des fzs:
http://www.fzs-online.de
Kontakt zum Autor:
enrico(at)projektwerkstatt(punkt)de
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Diskussionsverteiler des fzs
Daniel Bruns
AStA TU Braunschweig
