FragendVoran/Projektvorstellungen
Aus Bildungswiki
Das Buchprojekt „Bildung aus kooperativ-herrschaftskritischem Blickwinkel“ im Rahmen der Heftreihe „Fragend voran – Hefte zu Widerstand und Vision“
Das Bildungskritische Aktionsnetzwerk – Ziele, Selbstverständnis und methodisch-didaktische Arbeitsweise
Das Bildungskritische Aktionsnetzwerk wurde im Frühling 2005 von Jugendlichen gegründet, die sich schon einige Zeit mit den Fragen des selbstbestimmten Aufwachsens und Entwickelns der Menschen beschäftigen. Alles, was den Menschen "bildet", wird kritisch unter die Lupe genommen und versucht, die Wichtigkeit der Selbst- und Mitbestimmung -gerade in den ersten Lebensjahren und Jahrzehnten- aufzuzeigen.
Wir versuchen ohne aufwendige Organisationsstrukturen auszukommen und wollen die möglichst hierarchiearme, spontane, offene und projektorientierte Art des Zusammenwirkens mit einem Minimum an bürokratischem Aufwand weiter entwickeln. Während der bundesweiten Netzwerktreffen und im Internet-wiki (http://www.lernkulturwandel.de.vu/) konnten sich Menschen aus unterschiedlichen Zusammenhängen, Vereinen, Gruppen und Projekten kennenlernen, zusammenfinden und herausfinden, an welchen Tätigkeiten Interesse besteht und Unterstützung auch von nicht unmittelbar am Projekt Beteiligten erfragen. Dadurch ist dieses Netzwerk besonders für freiheitsliebende Jugendliche als Einstieg in die politische Arbeit geeignet und kann sicherlich als antifaschistische Arbeit im Sinne grundsätzlicher Ablehnung und Überwindung autoritärer, ausgrenzender und vereinheitlichender Systeme und Verhaltensweisen betrachtet werden.
Das Spektrum der angedachten politischen Projekte ist vielfältig und umfasst beispielsweise Straßentheater, Buchprojekte, Plakate- und Aufkleberherstellung, Artikelpublikationen, Ausstellungen, Veranstaltungsreihen und Kunstaktionen. Einige wollen gerne mit den Leuten "auf der Straße" unmittelbar in Kontakt treten und diskutieren, andere wollen lieber gestalterisch im Hintergrund tätig sein; was getan wird, ist abhängig von den Interessen und Vereinbarungen der Leute untereinander.
Aus diesem Treffen des Bildungskritischen Netzwerks haben sich etwa 8 Jugendliche zusammen gefunden, die zusammen das Heft mit dem Thema Bildungskritik schreiben. Es ist eine bunt zusammengewürfelte Gruppe aus Studenten, Schülern und FÖJlern.
Projektbeschreibung
Das Heftprojekt ist zustande gekommen durch InteressentInnen dieses Netzwerks (s. Selbstdarstellung). Es ist ein einmaliges Projekt. Die Idee ist die Herausgabe einer Ausgabe im Rahmen der bereits existierenden Heftreihe „Fragend voran – Hefte zu Widerstand und Vision“ mit dem Schwerpunkt der Bildungskritik. Diese Heftreihe hat die Besonderheit, dass sich zu jeder Ausgabe eine neue Redaktionsgruppe zusammenfindet, die sich wiederum einen Themenschwerpunkt setzt. Ein kleiner Teil des Buches wird für Ankündigung weiterer Schwerpunktausgaben und Rubriken ander Teilreadaktionen freigehalten, die zu weiterführenden Themen Neuigkeiten und Beiträge schreiben (zB. Antimilitarismus, Anfifa, Gender etc. ).
Die Vorstellung bestehender sozialer Bewegungen zum Thema Bildungskritik im weitesten Sinne kann genauso Gegenstand des Inhalts sein wie historische Entwicklungen( z.B. die Entwicklung der Reformpädagogik), Gehirnforschung und Bildung für benachteiligte Gruppen. Dokumentationen, die soziale Bewegungen unter solchen Blickwinkeln skizzieren, sind unseres Wissens sehr selten. Inhaltlich berücksichtigen wir uns zusätzlich kritisch die Problematik der Informationsfreiheit, Chancengleichheit, sozial benachteiligten Gruppen und Geschlechterrollen.
Wir wollen dem Begriff „Bildung" als einen kooperativ-gleichberechtigten Prozess, eine andere Bedeutung zu geben. Deswegen untersuchen und diskutieren wir die Themen der Erziehung, der staatlichen und privaten Bildung und der informellen Bildung. Dazu gehört für uns auch die gleichberechtigte, gewaltfreie Kommunikation und Streitkultur.
Das Buch wird den Austausch zwischen den am Thema engagierten und interessierten Menschen stärken und einen kleinen Beitrag zur Modernisierung des Schulwesens leisten, Erfahrungen weitergeben und – auch selbstkritisch - auf Streitpunkte eingehen. Das Buch soll also dazu beitragen, bildungspolitisch relevante Impulse von Initiativen und Projekten für selbstbestimmten Bildung in die Öffentlichkeit zu tragen. Denn sie finden selbst in der heutigen links-emanzipatorischen Bewegung nicht genügend Beachtung. Schließlich betrifft oder betraf die Struktur und Pädagogik der Schule aufgrund der Schulbesuchspflicht in Deutschland jeden Menschen und speziell SchülerInnen. Des weiteren bietet es jungen Menschen – meist aus finanziel benachteiligten Umständen stammend- die Möglichkeit, ein eigenes Projekt mit dem Einsatz neuer Medien zu gestalten und viele andere Sichtweisen kennen zu lernen, indem sie recherchieren und sich mit anderen Menschen über Bildung austauschen.
Einen weiteren Hintergrund bildet für unser Projekt auch die UN-Kinderrechtskonvention:
Artikel 2 Achtung der Kinderrechte sowie Verbot der Diskriminierung von Kindern
Artikel 3 Das Recht auf Leben und Förderung der Entwicklung von Kindern.
Artikel 12 Das Recht auf die Beteiligung von Kindern in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.
Artikel 13 Die Freiheit der Meinung und Information.
Artikel 17 Der freie und geschützte Zugang zu Medien, sowie die Förderung altersgerechter Massenmedien.
Artikel 28 Das Recht auf Schulbildung.
Artikel 31 Das Recht des Kindes auf Ruhe, Freizeit und aktive Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben.
(Quelle:www.dkhw.de)
Diesem Ziel fühlen wir uns ebenfalls verpflichtet. Denn Eigenintiative und demokratisches Handeln kann sich in unseren Augen nur entwickeln, wenn sie tatsächlich gelebt wird, wenn Fehler zugelassen und den SchülerInnen Verantwortung für das Lernen vollständig überlassen wird. Wir wollen auf die Mißstände im Schulsystem hinweisen. Wir sehen, dass die Menschenrechte in der Schule nicht gewährt sind, da den Schülern das Recht auf Selbstbestimmung über einen wesentlichen Teil des Lebens abgesprochen wird. Weder wird auf das Interesse der Schüler eingegangen, noch werden sie als eigenständige Persönlichkeiten betrachtet. Durch den vorgesetzten realitätsfernen Bildungsplan wird die eigene Kreativität, Neugierde und der eigene Forschungsdrang gebremst. Kinder sollen die Welt mitgestalten können. Neben der Kritik am bestehenden Bildungssystem, wollen wir Alternativen leben, unterstützen und bekannt machen.
In den Bildungseinrichtungen und den Initiativen, die wir miteinander vergleichen wollen, ist statt Konkurrenzdenken die gegenseitige Hilfe wichtiger Bestandteil des Lernens. Daher ist die Form des unsolidarischen „Besser - sein - wollens“ überflüssig, weil es keinerlei unerwünschte Bewertung gibt. Die Möglichkeit selbstbestimmter Bildung, eigene Ziele finden und verfolgen zu können stärkt das Selbstwertgefühl und das Verantwortungsbewusstsein der Kinder und Jugendlichen schon in dem ersten Lebensjahrzehnten. In einer konsequent demokratischen Bildungseinrichtung wird eine respektvolle Umgebung erfahren und Gleichberechtigung gelebt. Deswegen werden die Bemühungen zur Etablierung dieser Bildungseinrichtungen antifaschistische Frühpräventionsarbeit angesehen, denn der Erziehung zum Gehorsam und Mitläufertum wird hier eine selbstbestimmte und verantwortungsbewusste Art des Organisierens von Lernprozessen gegenübergestellt. Wer Unterdrückung und Ohnmacht erfahren musste und dies nicht verarbeiten konnte, gibt dies oft unbewusst weiter und projiziert seine Frustrationsgefühle oft auf andere Menschen, wobei schwächere Gruppen in der Gesellschaft als einfaches Feindbild geboten werden und die straffe Gruppenhierarchie in Neonazigruppen scheinbare Sicherheit und Geborgenheit vermittelt. Wir glauben, dass das bestehende Bildungssystem den Lernbedürfnissen der Menschen, die es dazu bräuchten, um ihre Fähigkeiten entfalten zu können und zufrieden leben zu können, nicht gerecht werden kann.
